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ToggleUnterrichtsmittel eigener Wahl in DaZ: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für eine klare Entscheidung ist
Wer im Bereich Deutsch als Zweitsprache unterrichtet, kennt das Muster: Über Jahre hinweg entstehen Materialsammlungen aus unterschiedlichsten Quellen – ein Kopiervorlagenheft hier, digitale Übungen dort, selbst erstellte Arbeitsblätter, dazu Bildkarten aus verschiedenen Verlagen. Und nicht zu vergessen – die vielen Kärtchen, die die Lehrperson in den letzten Jahren laminiert hat.
Was dabei selten entsteht, ist ein durchgängiges System.
Gleichzeitig bleibt das Budget für Unterrichtsmittel eigener Wahl oft ungenutzt oder wird nur teilweise ausgeschöpft, weil Unsicherheit besteht: Wer darf eigentlich bestellen? Gilt das nur für Deutschförderklassen? Und lohnt sich das bei 17,60 Euro pro Kind überhaupt?
Gerade jetzt ist diese Frage besonders relevant, denn die Materialien für das laufende Schuljahr können nur noch bis Anfang März bestellt werden – es bleiben also lediglich rund zehn Tage, um das Budget sinnvoll zu nutzen.
Was Unterrichtsmittel eigener Wahl im DaZ tatsächlich ermöglichen
Im Rahmen der Schulbuchaktion dürfen Schulen sogenannte Unterrichtsmittel eigener Wahl (UEW) anschaffen. Für den Bereich Deutsch als Zweitsprache gibt es dabei eine entscheidende Besonderheit:
Für jedes Kind mit nicht-deutscher Muttersprache stehen 17,60 Euro zur Verfügung – unabhängig davon, ob es sich in einer Deutschförderklasse befindet oder bereits im Regelunterricht integriert ist.
Die rechtlichen Grundlagen dazu finden sich in den offiziellen Richtlinien des Bundeskanzleramts zur Schulbuchaktion:
https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/schulbuch.html
Wichtig ist dabei: UEW sind schülerzentrierte Unterrichtsmittel mit Lehrplanbezug. Es geht also nicht um Lehrerausstattung oder Infrastruktur, sondern um Materialien, mit denen Schülerinnen und Schüler tatsächlich arbeiten.
Gerade im DaZ-Bereich zählen dazu unter anderem Bildkarten, Lesetexte für Anfänger, strukturierte Wortschatzsysteme, Materialien zur Alphabetisierung oder analytisch aufgebaute Grammatikübersichten.
Ein verbreiteter Irrtum: Das Budget gilt nur für Deutschförderklassen
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Viele Schulen gehen nach wie vor davon aus, dass das DaZ-Budget ausschließlich für Kinder in Deutschförderklassen vorgesehen ist.
Das ist jedoch nicht korrekt.
Ein Kind, das beispielsweise den MIKA-D-Test bestanden hat, verfügt deshalb noch nicht automatisch über bildungssprachliche Sicherheit. Der Förderstatus endet formal, der Sprachaufbau jedoch nicht.
Gerade im Regelunterricht benötigen diese Schülerinnen und Schüler weiterhin sprachsensibles Material, das Struktur bietet und grammatische Zusammenhänge sichtbar macht. Das Kind muss im Rahmen des Regelunterrichts nach dem Lehrplan DaZ, das heißt sprachsensibler Unterricht zum Beispiel mit meiner Familiengrammatik.
Das Budget bleibt also relevant – und sollte strategisch eingesetzt werden.
Das eigentliche Organisationsproblem
Das zentrale Problem liegt selten im fehlenden Engagement der Lehrkräfte, sondern in der fehlenden Systematik.
Wenn Materialien aus unterschiedlichen Quellen kombiniert werden, entsteht häufig ein Nebeneinander von Ansätzen, Progressionen und Begrifflichkeiten. Wortschatz ist nicht mit Grammatik verzahnt, Alphabetisierung läuft isoliert, Satzbau wird später anders eingeführt, als er zuvor vorbereitet wurde.
Sprachaufbau ist jedoch kein loses Aneinanderreihen von Methoden, sondern ein strukturierter Prozess:
Alphabetisierung → Wortschatz → Artikelstruktur → Satzbau → Fälle.
Wenn diese Bereiche ineinandergreifen, reduziert sich der Korrekturaufwand, die Wiederholungsnotwendigkeit und letztlich auch die eigene Vorbereitungszeit erheblich.
Warum ein durchgängiges Materialsystem entlastet
Ein zusammenhängendes System – etwa bestehend aus:
strukturierter Alphabetisierung,
Wortschatzfeldern mit Bild, Artikel und Audio,
einer visuell aufgebauten Familiengrammatik mit klaren Fallmustern,
darauf abgestimmten Satzbauhilfen,
ermöglicht es, über mehrere Schuljahre hinweg konsistent zu arbeiten.
Die Materialien greifen ineinander, Begriffe wiederholen sich, Progressionen bauen logisch aufeinander auf. Statt jedes Jahr neu zu suchen, entsteht ein roter Faden, der sowohl den Lernenden als auch der Lehrkraft Sicherheit gibt.
Gerade bei heterogenen Klassen ist diese Durchgängigkeit kein Luxus, sondern eine organisatorische Notwendigkeit.
Jetzt handeln: Die Bestellfrist läuft ab
Für das aktuelle Schuljahr können Unterrichtsmittel eigener Wahl nur noch bis Anfang März bestellt werden.
Das bedeutet konkret: Es bleiben rund zehn Tage, um das vorhandene Budget nicht verfallen zu lassen.
Wer sich jetzt bewusst für ein strukturiertes Materialsystem entscheidet, kann das Budget noch vollständig nutzen – auch für Kinder im Regelunterricht mit nicht-deutscher Muttersprache.
Freebie: Orientierungshilfe: UEW-Checkliste für DaZ-Lehrkräfte
Struktur ist keine Zusatzaufgabe – sie ist Entlastung
Unterrichtsmittel eigener Wahl sind kein administratives Detail, sondern ein Instrument zur langfristigen Unterrichtsorganisation.
Wer das Budget strategisch nutzt, schafft Verlässlichkeit im Materialeinsatz, reduziert Suchaufwand und sorgt dafür, dass Alphabetisierung, Wortschatz und Grammatik nicht nebeneinanderstehen, sondern miteinander arbeiten.
Und genau diese Klarheit ist im DaZ-Unterricht entscheidend.
Weitere Beiträge zu einem verständlichen DaZ-Unterricht findest du im DaZ-Blog von deutsch4alle.
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Damit die Planung leichter fällt, erstelle ich aktuell eine kompakte UEW-Checkliste, die folgende Punkte klärt:
Welche Schülerinnen und Schüler sind anspruchsberechtigt?
Wie berechnet sich das verfügbare Budget?
Welche Materialien sind zulässig?
Wie plane ich systematisch statt fragmentiert?
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